02. April 2026 | Der Frühling hält Einzug und es grünt und sprießt an allen Ecken. Perfekte Bedingungen für die Kräuterwanderung mit anschließendem Kochen der Gründonnerstagssuppe, die auch dieses Jahr wieder in Unteröd stattfand. Unter der Leitung von Simone und mit tatkräftiger Unterstützung durch Susanne, Flo, Senki und vielen Solawi-Mitgliedern wurde fleißig gesammelt, gekocht und nicht zuletzt natürlich gegessen und geratscht.

Treffpunkt war am Gründonnerstag um 15 Uhr am Gasthaus zur Triftsperre. Von hieraus wanderten wir gemeinsam hoch nach Unteröd, unterwegs sammelten wir gemeinsam schon etwa die Hälfte der frischen Kräuter für unsere Suppe. Bevor losspaziert wurde, erklärte Simone zunächst den Hintergrund der schönen Tradition rund um die germanische Göttin Ostara. Sie läutet den Frühling ein – wo ihre Füße die Erde berühren, wächst und gedeiht neues Grün und bunte Blumen. Diese wilden grünen Kräuter wurden von unseren germanischen Vorfahren verspeist, um sich mit der Grünkaft zu verbinden, beispielsweise in Form einer Gründonnerstagssuppe. Die Suppe enthält kraftspendendes Frühlingsgrün, soll vor Krankheiten bewahren und so wird ihr eine reinigende Heilkraft zugeschrieben.

In Unteröd angekommen wurden die restlichen Kräuter gesammelt – nicht zuletzt Bärlauch von Severin. Während die Suppe vorbereitet wurde, kümmerte sich Susanne um ein Feuer, darüber wurde der Topf gestellt, um die kraftspendende Suppe fertigzukochen.

Topf mit Gründonnerstagssuppe
Topf mit Gründonnerstagssuppe

Am Feuer konnten wir dann gemeinsam die Suppe genießen und offene Fragen klären. Thema war dabei unter anderem der Brennesselkaltauszug: hierfür sammelt man Brennesseln (am besten die Brennessel von unten nach oben anfassen, dann brennt man sich nicht allzusehr – die Glashaare der Pflanze stehen nämlich nach oben) und füllt sie in einen Krug mit kaltem Wasser und lässt sie zwei bis drei Stunden ziehen – das ergibt einen wunderbaren Durstlöscher mit den Geschmackstoffen und Mineralien der Pflanze. Zuviel davon sollte man aber nicht trinken, sonst läuft man laut buddhistischem Märchen grün an. Als weiteres nettes Detail wurde besprochen, dass man die ersten Gänseblümchen des Jahres am besten direkt vom Boden mit dem Mund abknapsen soll, als Zeichen der Demut und als Glücksbringer für das Jahr.

Gemeinsam am Feuer verbrachten wir eine schöne Zeit und das gemütliche Beisammensein dauerte bis etwa 18 Uhr an. Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten.

Solawi-Mitglieder essen gemeinsam am Lagerfeuer die Gründonnerstagssuppe.
Gemeinsam und am Feuer schmeckt die Suppe am besten!

Simone ist Teil der „wuiden Wurzen“ die eine Vielzahl an Kursen und Workshops zu Wildkräutern, Heilpflanzen und Naturverbindung anbieten. Mehr Informationen hierzu findet man unter: https://wuidewurzn.de/.