Workshop mit Jori Wefer und Katharina Happel am 09.06.2018

Fast immer tauchen bei den Wurzelwerk-Veranstaltungen Momente von überraschender Eindringlichkeit auf. Die Karte der indonesischen Inseln mit den Gebieten der industriellen Ausschlachtung und Verwüstung durch die Palmöl-Industrie in den letzten zwanzig Jahren war einer davon und trieb mindestens einer Teilnehmerin, die Indonesien noch vor dem Beginn des großen Raubbaus erleben durfte, Tränen in die Augen.

Nicht nur Wurzelwerker sondern auch Externe nutzten die Teilnahme an dem offenen Workshop.

Jori Wefer und Katharina Happel aus Leipzig sind die Gründerinnen des Forums hundert2°. Sie bieten Workshops an, die darüber aufklären, wie man gegen globalen Unsinn, wie ihn die explosionsartige Verwendung von Palmöl verursacht hat, angehen kann.

In den drei Stunden auf dem Gelände unserer Solawi vermittelten sie uns nicht nur ein umfangreiches Bild, sondern banden uns auch intensiv mit ein. Kompetent schilderten sie im ersten Drittel Thema und Problematik von Produktion und Konsum von Palmöl, das in den 2000er Jahren einen Boom fand, der seinesgleichen sucht. Noch mehr als in der Lebensmittelindustrie und anderen Zweigen findet es sich marktbestimmend in sog. Biokraftstoffen wieder.

Danach wurden gemeinschaftlich Möglichkeiten zur Einflussnahme erarbeitet, erörtert und ergänzt.

Wo sind Ansatzpunkte für Konsumenten, wo für Produzenten und Handel, wo für die Politik?

  Im letzten Drittel durften wir aktiv alternative Produkte herstellen, garantiert frei von Palmöl und anderen zahlreichen kryptischen Zutaten, wie man sie von Einkäufen des Alltags kennt. Das für die Lippenpflege nötige biologische Rapsöl von der Leipziger Ölmühle war dann auch praktisch das einzige benötigte Öl. Denn schließlich würde die substituierende Verwendung anderer, weniger effizienter Öle wie Raps- oder Kokosöl als Füllstoffe oder Geschmacksträger in gleichen Mengen die Missstände nicht verhindern sondern nur verlagern.

 

 Vielleicht ist deshalb die Haupterkennnis, die man aus diesem tollen Workshop ziehen kann, wieder einmal die persönliche Reduktion und bewusste Wahrnehmung des eigenen Konsums, egal ob in der Ernährung, in der Mobilität oder auf anderen Gebieten unseres hemmungslosen Konsumverhaltens.

 

Kontakt, Infos und Angebotsspektrum von hundert2° findet ihr hier.

1 thought on “Palmöl und seine Alternativen

  1. Vielen Dank für den tollen Beitrag und den schönen Einblick in eure Solawi! Wir hatten sehr viel Spaß beim Workshop und haben selbst wie immer viel daraus mitgenommen. Liebe Grüße aus Leipzig 🙂

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