Am 21. Dezember kommen wir auf dem Hof zusammen – so viele wie selten zuvor zu einer Wintersonnwendfeier. Rund 60 Menschen finden an diesem dunklen, kalten Abend den Weg zu uns. Die längste Nacht des Jahres zeigt sich von ihrer geselligen Seite: Feuer, Wärme, Gespräche und gemeinsames Innehalten prägen den Abend.
Schon früh wird angepackt. Feuerstelle, Pizzaofen und eine alte Theke werden vorbereitet und ausgerichtet. Überall entstehen kleine Arbeitsteams, man hilft sich, tauscht Neuigkeiten aus und spricht nebenbei über Pläne fürs kommende Jahr. Mit der Zeit füllt sich der Platz – vertraute Gesichter ebenso wie neue Menschen, die zum ersten Mal bei einer Wintersonnwendfeier der Wurzelwerke dabei sind.
Ein besonderer Anziehungspunkt ist die von Jonas organisierte mobile Fasssauna, die bald in Betrieb geht. Nicht minder beeindruckend ist der große Holzturm am Feuerplatz, der schnell, kräftig und sehr lange brennt.
Es wird gelacht, erzählt und beobachtet. Manche bleiben dicht am Feuer, andere wechseln zwischen Sauna, Stall und Lagerplatz. Ruths Räucher-Ritual zur Wintersonnwende bildet einen ruhigen Moment im Trubel. Ein Teil der Gruppe begleitet das Ritual hinaus über die Felder, andere bleiben am Feuer und genießen die gemeinsame Zeit.
Die Sauna läuft bis spät in die Nacht. In wechselnden Runden wird geschwitzt, abgekühlt und weitergeredet. Alte Erinnerungen tauchen auf, neue Begegnungen entstehen. Am Feuer halten ein paar wenige bis weit nach Mitternacht durch, während die meisten müde, zufrieden und durchgewärmt aufbrechen.
Am Ende der längsten Nacht des Jahres gehen wir mit dem Gefühl auseinander, etwas Wesentliches geteilt zu haben: Zeit, Wärme und Licht. Die Wintersonnwende erinnert uns daran, dass nach der Dunkelheit das Licht zurückkehrt – langsam, aber verlässlich.








