An einem sonnigen Spätsommertag sitzen wir mit etwa 15 Menschen an unserem Lagerfeuerplatz zusammen. Zwischen Notizen und Thermoskannen hören wir unserem Mitglied Annekatrin Meißner zu, die uns in einem rund 30- bis 40-minütigen Impulsvortrag in die Donut-Ökonomie einführt. Der Rahmen ist offen, konzentriert und zugleich entspannt – genau der richtige Ort, um über große Fragen nachzudenken: Wie wollen wir wirtschaften? Und wie können wir gut leben, ohne unsere Lebensgrundlagen zu zerstören?

Annekatrin spannt ihren Vortrag entlang von drei Leitfragen auf:
Warum brauchen wir ein anderes Wirtschaftsmodell?
Wie funktioniert das Konzept der Donut-Ökonomie?
Und warum ist eine regenerative Ausrichtung dabei zentral?

Ausgangspunkt ist eine nüchterne Bestandsaufnahme: Unser derzeitiges Wirtschaftssystem basiert auf ständigem Wachstum und führt zu einer massiven Übernutzung planetarer Ressourcen. Besonders anschaulich wird dies am Erdüberlastungstag – dem Tag, an dem rechnerisch alle Ressourcen verbraucht sind, die der Erde für ein ganzes Jahr zur Verfügung stehen. In Deutschland fiel dieser Tag im Jahr 2025 bereits auf den 3. Mai, global auf den 24. Juli. Das bedeutet: Wir leben, als hätten wir 1,8 Erden zur Verfügung – obwohl wir nur eine haben. Diese Zahlen machen deutlich, warum ein „Weiter so“ keine Option ist.

Unter Kirschbaum und Sonnensegel wird dem Impulsvortrag von Annekatrin (Mitte) gelauscht.

Als Gegenentwurf stellt Annekatrin die von der Wirtschaftswissenschaftlerin Kate Raworth entwickelte Donut-Ökonomie vor. Dieses Modell beschreibt einen sicheren und gerechten Handlungsraum für die Menschheit: zwischen einem sozialen Fundament, das die Grundbedürfnisse aller Menschen absichert, und den planetaren Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen. Ziel ist ein Wirtschaftssystem, das nicht auf endlosem Wachstum beruht, sondern auf Ausgleich, Fürsorge und Regeneration.

Im anschließenden Austausch – der ebenso lebendig wie nachdenklich ist und weitere 30 bis 45 Minuten dauert – sprechen wir über Bildungsfragen, konkrete Umsetzungen, Dilemmata und Herausforderungen. Auch positive Beispiele aus der Region und aus ganz Deutschland kommen zur Sprache. Immer wieder wird dabei deutlich, dass solidarische Landwirtschaft bereits viele Prinzipien der Donut-Ökonomie lebt: gemeinschaftlich organisiert, ressourcenschonend, sozial eingebettet und auf langfristige Tragfähigkeit ausgerichtet.

Der Nachmittag endet nicht mit fertigen Antworten, sondern mit vielen neuen Gedanken – und der Einladung, weiterzudenken, weiterzulernen und weiterzuarbeiten an einem Wirtschaften innerhalb des Donuts.

Weiterlesen:
Eine ausführlichere Zusammenfassung des Impulsvortrags von Dr. Annekatrin Meißner zur Donut-Ökonomie findet ihr hier

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert