Kulturgeschichte und Eigenschaften

Der Radicchio ist eine klassische italienische Gemüsesorte. Er gehört zur Familie der Cichorium, das lateinische Wort für Zichorie, Wegwarte, Endivie. Die gewöhnliche Wegwarte (siehe Foto) ist die Wildform der Radicchio und Chicorée Kulturformen. Schon die gemeine Wegwarte wurde gegessen und als Heilpflanze verwendet. Um sie schlingen sich zahlreiche Mythen, so soll sie unbesiegbar machen und für Liebeszauber anwendbar sein. Der Radicchio jedoch ist eine neuere Kulturpflanze, deren unterschiedliche Sorten früher hauptsächlich in Italien angebaut wurden. Die bekannteste Sorte ist der Radicchio di Chioggia, diese Sorte hat eine runde Form mit eng anliegenden, dunkelvioletten Blättern.

Inhaltsstoffe und ihre Wirkung

Seine rote Farbe verdankt er den physiologisch wichtigen Anthozyanen, diese wirken antioxidativ und binden freie Radikale. Zudem enthält er Lactucopikrin einen früher Intybin genannten, die Verdauung anregenden Bitterstoff, der roh verzehrt am besten wirkt. Besonders viele Bitterstoffe sind in den weißen Stilen vorhanden, wem es also zu viel wird, diese ein wenig ausschneiden. Weniger bitter wird der Radicchio auch wenn er in warmen Wasser gewaschen wird.

Verwendung 

In der Küche:

  • Entweder in der Pfanne in Olivenöl schmoren und mit gerösteten Sonnenblumenkernen verzieren oder im Ofen mit Parmesan überbacken.

Sonstige Verwendung:

  • Deko auf dem Teller

Bei uns in Unteröd

…wird der Radicchio im Juni Juli gepflanzt und dann im Herbst bis in den November geerntet. 

Rezepte

Ein bittersüßes Rezept von Ottolenghi. Das Ganze ist schon mehr Nachtisch als Salat, auf jeden Fall super lecker. Für 2 Personen:

  • 2 Blutorangen (oder normale Orangen)
  • Blutorangensaft nach Bedarf
  • 20 ml Zitronensaft
  • 60 ml Ahornsirup
  • Grobes Meersalz
  • ½ TL Orangenblütenwasser
  • ½ kleiner roter Raddicchio, in Einzelblätter zerlegt
  • 1 kleiner roter Chicoreé, in Einzelblätter zerlegt
  • 1 EL Olivenöl
  • Schwarzer Pfeffer
  • 1 Handvoll kleiner roter Blätter und Sprossen (Rote Gartenmelde, pupurfarbenes Basilikum, roter Amaranth, roter Mangold)
  • 150 g Ricotta
  • 20 g Pinienkerne, geröstet
  • 100 g Granatapfelkerne (von 1 kleinen Granatapfel)

Zuerst den Orangensirup herstellen. Dazu mit einem kleinen scharfen Messer von beiden Blutorangen das obere und untere Ende abschneiden. Der Rundung folgend die restliche Schale so abschneiden, dass auch die weiße Innenhaut vollständig entfernt wird. Nun die Orangenfilets zwischen den Trennhäuten herausschneiden; dabei die Früchte über eine kleine Schüssel halten, um den Saft aufzufangen. Die Orangenfilets ebenfalls in die Schüssel legen. Die Trennhäute kräftig ausdrücken und den Saft in einen kleinen Topf gießen.

Den Saft abmessen, in einen Topf geben und mit Blutorangensaft auf 110 ml auffüllen. Den Zitronensaft, den Ahornsirup sowie 1 Prise Salz hinzufügen und 20 – 25 Minuten köcheln lassen, bis nur noch etwa 3 Esslöffel dicker Sirup übrig sind. Durch ein feines Sieb abseihen, abkühlen lassen und mit dem Orangenblütenwasser verrühren.

Die Radicchioblätter ablösen, in große Stücke teilen und in eine Schüssel geben. Die Chicoreéblätter, das Öl, etwas Salz und Pfeffer hinzufügen und behutsam mischen. Den Blattsalat gleichmäßig auf zwei Teller verteilen. Die Orangenfilets, die kleinen roten Blätter und den mit einem Löffel portionierten Ricotta darauf anrichten. Mit dem Orangensirup beträufeln und mit Pinienkernen und Granatapfelkernen garnieren.

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