Kulturgeschichte / Eigenschaften

Die eigentliche Heimat dieses Nachtschattengewächses ist Südamerika, dort wurde die Knolle bereits 4000 v.Chr. angebaut. Die Knolle wurde von den Inkas nicht nur als Grundnahrungs-, sondern auch als Zahlungsmitteln verwendet. Ende des 15. Jahrhunderts brachten die Spanier die Pflanze, zunächst als Ziergewächs nach Europa. Anfangs erwarb sich die Kartoffel einen schlechten Ruf, da man teilweise nicht die Knollen, sondern die oberirdischen Beeren verzehrte, welche für den Menschen giftig sind. Im 18. Jahrhundert wurden im Rahmen der Aufklärung landwirtschaftliche Innovationen gefördert und die Kartoffel wurde als Grundnahrungsmittel in Deutschland und Europa verbreitet. Die Verbreitung als Nahrungsmittel gelang Kaiser Friedrich dem II. allerdings Die Verbreitung als Nahrungsmittel gelang Kaiser Friedrich dem II erst mit einer Mischung aus List und Zwang. erst mit einer Mischung aus List und Zwang.  Bisherige Grundnahrungsmittel wurden von der Speisekarte und vom Acker zurückgedrängt – die zunehmende Dominanz der Kartoffel führte beispielsweise zur katastrophalen Hungersnot in Irland in den 1840er Jahren. Im Jahr 1900 verspeiste jede/r Deutsche 285 kg Kartoffeln pro Jahr, heute ist der Speiseplan wieder etwas vielfältiger und der Verzehr reduzierte sich auf ca. 60kg pro Person und Jahr.

Als Nachtschattengewächs aus der Familie der Solanaceae ist die Kartoffel mit der Tomate und der Aubergine verwandt, aber nicht mit der Süßkartoffel (Convolvulaceae).

Inhaltsstoffe und ihre Wirkung

Die Kartoffel besteht zu 77% aus Wasser, enthält viele Kohlenhydrate in Form von Stärke und Eiweiß. Der Kaliumgehalt macht sie ernährungsphysiologisch wertvoll.

Lagerung

Gelagert werden sollten die Kartoffeln an einem dunklen, gut durchlüfteten Ort, optimale Lagertemperatur wären 4-6Grad. 

Verwendung 

In der Küche: 

  • Eine Alleskönnerin! Geschält-ungeschält | Ganz- gerieben- in Scheiben- in Würfeln – püriert | Gebraten – gekocht – gebacken – frittiert – als Suppe | 
  • Nur als Rohkost nicht geeignet, dafür hat die rohe Kartoffel positive Effekte für die Haut.

Sonstige Verwendung: 

  • Bei Sodbrennen: Kartoffeln essen!
  • Bei Husten, Halsschmerzen, rheumatischen Beschwerden: Umschläge aus gekochten, zerdrückten und in ein Tuch gewickelte (Pell-)Kartoffeln helfen!
  • Rohe Kartoffelscheiben (oder auch gewaschene Salatblätter) lindern bei Augenschwellungen.
  • Kartoffelmaske aus rohen, geriebenen Kartoffel klärt und gibt der Haut Feuchtigkeit
  • Brot trocknet nicht so schnell aus, wenn eine rohe Kartoffel im Brotkasten liegt.

Bei uns in Unteröd

Bei uns in Unteröd gibt’s Frühkartoffeln, Herbstkartoffeln bauen wir in Ortenburg an. Der Kartoffelkäfer liebt das Kartoffelkraut, aber aufgrund der Verwandtschaft auch Tomaten- und Auberginenpflanzen.

Tipps / Links

https://www.pflanzenforschung.de/de/themen/pflanzen-im-fokus/kartoffel/

Planet Wissen: https://www.youtube.com/watch?v=BTJ7a4JW5Gg

Rezepte

Wenn es schnell gehen muss: Rosmarinkartoffel aus der Pfanne

  • Kartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden. In einer Pfanne Öl erhitzen und Kartoffelwürfel und Rosmarin dazu. 15-20 Minuten braten, ggf. mit Deckel. 
  • Dazu vielleicht rote Beete Salat, frischen Salat und wer es nicht vegan mag auch ganz lecker mit Feta-Käse vermischt.

Kartoffelpüree mit Sellerietalern 

  • Kartoffeln schälen und kochen. Wenn man mag, kann man auch anderes Wurzelgemüse mitkochen und pürieren, z.b. Karotten, Topinambur, Pastinake oder sogar rote Beete, das gibt eine schöne Färbung. 
  • Während die Kartoffeln kochen kann man den Sellerie vorbereiten: Ofen vorheizen, Sellerie schälen und in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden. Einölen, salzen, pfeffern, auf ein Backblech geben und bei 180-200 Grad backen. Nach ca. 20 Minuten kann man auf jede Scheiben etwas Käse geben und noch ein paar Minuten (ggf. mit Grillfunktion) in der Röhre lassen. 
  • Die mittlerweile gekochten Kartoffeln zerdrücken/stampfen. Olivenöl und/oder Butter dazu, Salz, Pfeffer und evtl. etwas Muskat. Mit Schmand, Milch oder Milchersatz aufgießen.
  • Ganz lecker dazu schmeckt gedünsteter Lauch.

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